Prof. Dr. Axel Scheidig
"Angst vor Verdrängung ist ein Bremsklotz für jede Innovation!"
Interview: Myria Schröder

Zur Person
Prof. Axel Scheidig studierte Chemie an den Universitäten Bayreuth und Freiburg. Er promovierte in Heidelberg am Max-Planck-Institut in der Biophysik-Abteilung. Seine Postdoc-Zeit verbrachte er im Biotechnologie-Unternehmen Genetech in Kalifornien. Im Anschluss war er als wissenschaftlicher Angestellter am Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie in Dortmund tätig. Er habilitiere im Fach Biochemie an der Universität Witten/ Herdecke und ist seit 2006 Professor für Strukturbiologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
Sie beschäftigen sich mit der Aufklärung von enzymatischen Reaktionsmechanismen, der wechselseitige Regulation von Proteinen, sowie mit der Ausbildung größerer Protein-Protein-Komplexe. Wie sieht Ihr aktuelles Forschungsprojekt genau aus?
Aktuell haben wir drei Forschungsprojekte: Das eine beschäftigt sich mit der Biotransformation. Hier arbeiten wir mit der Pharmazie und Botanik zusammen. Es geht um die enzymatische Modifizierung kleiner Moleküle, die wir beispielsweise mit der Nahrung aufnehmen. Fragestellung ist z.B. wie Medikamente inaktiviert werden oder andere Substanzen giftig gemacht werden.
Das andere Projekt erfolgt ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Botanik. Hier geht es um die Aufklärung der Pyrrolizidin-Alkaloid-Biosynthese. Wir versuchen die Enzymstrukturen aufzuklären und zu verstehen, wie sie arbeiten. Diese Untersuchungen könnten auch einen Ansatz für die Antibiotikaentwicklung darstellen, da wir versuchen, diesen Enzymtyp bei Bakterien als Angriffspunkt für neue Medikamente zu entwickeln.
Das dritte Projekt, an dem wir intensiv arbeiten, ist eine Kooperation mit Prof. Peter Schönheit aus der Mikrobiologie, wo wir versuchen, Energiestoffwechsel-Schlüsselenzyme funktionell näher zu charakterisieren. Im Wesentlichen verwenden wir bei allen Projekten die Röntgen-Kristallographie.
Sie haben ursprünglich Chemie studiert. Wie sind Sie auf den Bereich der Strukturbiologie gekommen?
Ich habe in Bayreuth angefangen Chemie zu studieren und habe dort mein Vordiplom gemacht. Ich bin dann nach Freiburg gegangen um mit dem Schwerpunkt Biochemie weiter zu studieren. Dort war ich im Arbeitskreis Biochemie im Fortgeschrittenenpraktikum und habe mitbekommen, dass die Hauptmethodik dieses Arbeitskreises die Strukturaufklärung mittels Röntgenstrahlen war. Das hat mir ganz gut gefallen, weil Biophysik eher mit Technik und Computern zu tun hat. Proteinbiochemie ist weiterhin eine relativ saubere Arbeit.
Das hat mir sehr zugesagt, deshalb habe ich dort meine Diplomarbeit gemacht. Im Endeffekt bin ich für meine Promotion zu dem Arbeitskreis in Heidelberg für meine Promotion gegangen von dem der Professor in Freiburg kam.
Ich habe das Thema im Rahmen meiner Doktorarbeit intensiviert und bin dann bei der Strukturbiologie hängengeblieben.
Sie sehen sich selbst eher als Chemiker. Ist es richtig, dass Sie ursprünglich schon Biochemie studieren wollten?
Ja, ich wollte damals schon Biochemie studieren. Damals heißt 1984. Da gab es in Deutschland nur drei Universitäten an denen Biochemie gelehrt wurde: Tübingen, Hannover und Berlin. Das war mir zu weit weg. Ich bin Franke. Deshalb habe ich entschieden, erst einmal Chemie in Bayreuth zu studieren. Ich habe damals auch mit Biochemikern gesprochen, die gesagt haben, dass man von der Chemie jederzeit zur Biochemie kommen könnte.
In Freiburg war damals der Schlüsseleffekt der Nobelpreisträger Köhler, der am Max-Planck-Institut für Immunologie über Antikörper geforscht hat. Das war sehr biochemisch und sehr interessant. Deshalb bin ich nach Freiburg gegangen. So waren es kleinere Entscheidungen, die mich, ohne dass ich das große Ziel vor Augen hatte, zur Biochemie gebracht haben.
Ich würde mich heute allerdings als Proteinchemiker bezeichnen, der mit sehr viel Molekularbiologie und Biochemie das Ganze bearbeitet.

Wie oft ist man der Erste, der sich eine bestimmte Proteinstruktur anschaut?
Hoffentlich sehr oft, weil das dann heißt, dass man erfolgreich in seinem Business ist. Das ist uns selber vielleicht schon 10 mal gelungen. Ich sage „wir“, weil es immer eine Teamarbeit ist und irgendwer sieht eben das erste Mal die neue Struktur. Im Team macht man die Struktur fertig und dann hat man sie als Erste zu interpretieren. Das ist uns aktuell vor kurzer Zeit wieder passiert: Da haben wir die erste Struktur eines Proteins aufgeklärt, welches so noch nicht bekannt war. Das ist immer sehr schön; das kann man auch etwas hochrangiger publizieren. Aber es ist immer ein Wettkampf, weil es weltweit ungefähr eine Handvoll Arbeitsgruppen gibt, die an der gleichen Fragestellung arbeiten.
Nur der Erste sahnt ab, die anderen sind brüskiert. Das ist mir auch schon passiert, dass ich nicht der Erste war.
Bei den Publikationen Ihres Forschungsbereiches sind alleine sechs aus diesem Jahr aufgeführt. Haben Sie eine bestimmte „Publikationsquote“, die Sie im Jahr erreichen wollen?
Ich setze für mich die Zahl so an, dass ich pro Doktorand eine Publikation pro Jahr erzeugen möchte. Das ist ganz vernünftig. Die Doktoranden rechtfertigen sich über die Publikation für ihre Promotion. Jetzt schafft es vielleicht nicht jeder Doktorand eine Publikation pro Jahr zu schreiben. In der Summe sollten aber pro Promotion 1 – 2 Publikationen herauskommen. Da ich auch sehr viel mit anderen Arbeitsgruppen kooperiere, denke ich, dass pro Jahr 5-8 Publikationen angemessen wären.
Wir sind eine kleine Arbeitsgruppe. Wenn ich jetzt 30 Doktoranden hätte, müsste die Zahl wesentlich höher sein. Ich habe 4-5 Doktoranden.
Sie verbrachten Ihre Postdoc-Zeit bei „Genentech“ in Kalifornien. „Genentech“ war 2008 das zweitgrößte Biotechnologieunternehmen weltweit und ist vor allem auf den medizinischen Bereich spezialisiert. Wieso sind Sie nicht im Biotechnologiebereich geblieben?
„Genentech“, das ist richtig, macht im Prinzip sehr viel Biotechnologie. Es war eine der ersten Firmen, die rekombinante Proteine medizinisch anwendbar gemacht hat.
Es ging ihnen damals schon sehr gut und so leisteten sie sich zu meiner Zeit ca. 65 Postdocs. So etwas findet man in Deutschland nicht. „Genentech“ macht richtig gute Grundlagenforschung.
Ja, das war schon eine Überlegung, ob ich in der Biotechnologie oder in der Industrie bleibe. Das war eine schwere Entscheidung. Ich hatte von allen Seiten die Angebote. Ich hatte aber auch hier in Deutschland schon ein Angebot für eine Habilitationsstelle. Ich habe mich letztendlich für einen deutschen akademischen Karriereweg entschieden und nicht für einen amerikanischen biotechnologischen Weg. Man muss immer aufpassen: Wenn man bei einer sehr erfolgreichen Firma gewesen ist, heißt es nicht, dass es bei einer anderen Firma auch erfolgreich sein wird.
Es gab ja auch den Biotechboom-Reinfall, wo viel Biotechnologiefirmen wieder vom Markt gehen mussten. Das waren Firmen, die mit dem Hype im Hintergedanken gegründet wurden. Ich habe Kolleginnen und Kollegen, die in Amerika oder auch in Deutschland mit Biotechfirmen erfolgreich waren, aber ich kenne auch viele, die es nicht geworden sind.
Dass ich eine akademische Karriere machen konnte, war auch nicht vorgezeichnet. Das war auch mit sehr viel Glück verbunden. Man muss halt irgendwann entscheiden: Welche Bahn halte ich für mich am geeignetsten? Ob es die dann wirklich war? Historisch kann man das dann nicht mehr überprüfen. Es war für mich keine schlechte. Ich bin sehr zufrieden.

Viele wissenschaftliche Karrieren sind mit Auslandsaufenthalten verbunden. Wie früh sollte man sich darum kümmern?
Sehr früh. Ich habe es erst in der Postdoc-Zeit gemacht. Ich hatte aber den Vorteil, dass das Institut an dem ich die Doktorarbeit gemacht habe, sehr international ausgerichtet war. Mein Chef war Engländer, mehrere Postdocs und Forschungsgruppenleiter kamen aus Amerika oder Australien, sodass ich schon sehr früh den internationalen Kontakt knüpfen konnte. Ich konnte so auch die Sprache trainieren und lernte über die verschiedenen Mentalitäten etwas. Dadurch hatte ich keine Berührungsängste mehr.
Ich begrüße sehr, wenn meine Studenten hier schon im Bachelor oder spätestens im Master wenigstens für 3-4 Monate ins Ausland gehen. Das schult ungemein, alleine für die Persönlichkeit bringt es einem viel. Spätestens nach der Doktorarbeit sollte man es mal versuchen. Wichtig ist auch ein fremdsprachiges Ausland, weil man mal feststellen muss, wie man angenommen wird, wenn man nicht fließend die Landessprache spricht. Da kann es schon vorkommen, dass man da auch ein bisschen als Depp bedient wird.
Sollte man am besten ins englischsprachige Ausland gehen?
Das ist natürlich im naturwissenschaftlichen Bereich favorisiert, da die weltweite Sprache in den Naturwissenschaften Englisch ist. Wenn man jetzt nach Frankreich geht, würde man im Labor auch sehr viel Englisch sprechen und draußen Französisch. Wenn man nach Skandinavien geht, wird man fast überall Englisch sprechen, außer vielleicht mal auf dem Markt. Wir sollten uns mittlerweile auch mit dem indischen und asiatischen Markt auseinandersetzen, aber das ist noch einmal eine ganz andere sprachliche Herausforderung.
Warum sollten wir uns mit dem indischen und asiatischen Markt auseinandersetzen?
Aus diesen Ländern kommt momentan die Dynamik. Wenn man sich zukunftsorientiert bewegen möchte, dann sollte man schauen, wo die meisten Firmen sich niederlassen. Viele Biotechnologiefirmen entwickeln und verkaufen in Deutschland aber sie produzieren woanders. Man muss sich orientieren, wo der Markt der Zukunft ist. Das ist vielleicht nicht mehr nur noch der US-amerikanische Markt. Wir sehen ja, was an Schranken hochgezogen wird. Da kann man auch die Schranken umgehen und in andere Länder gehen und dort sein Knowhow anbieten.
In einer Ihrer letzten Vorlesungen erwähnten Sie, dass es bisher nicht gelungen sei, die von der Natur gesteuerte Proteinfaltung 100%ig zu simulieren. In diesem Zusammenhang sagten Sie: „Es kann eine Motivation für Sie sein, mich arbeitslos zu machen“. Die Förderung junger Studenten leidet unter Umständen unter der Angst möglicher Konkurrenz und Verdrängung. Sehen Sie das anders?
Angst vor Verdrängung ist immer vorhanden. Aber das ist der Bremsklotz für jede Innovation. Man muss den Mut aufbringen, das anzugehen. Es gibt viele, die den Mut aufbringen. Habe ich dann schon wieder Angst vor der Konkurrenz? Das blockiert alles. Bei vielen Fragen gibt es nicht nur die eine Antwort, oder nur den Einen, der die richtige Antwort hat. Es ist immer ein riesiges Team oder sogar eine weltweite Zusammenarbeit. Wenn man da ein kleines Rädchen von vielen ist, das an der großen Maschine dreht, dann ist das wunderbar!
Ich vermute schon, dass irgendwann die Proteinfaltung oder auch die Wechselwirkung der Biomakromoleküle untereinander noch mehr mathematisch beschreibbar ist, dass man dann viele Sachen vorausberechnen und simulieren kann. Momentan schaffen wir die experimentellen Grundlagen um das zu überprüfen. Noch klappt diese Vorhersage nicht 100%ig, deshalb bin ich noch gut im Job. Aber wir müssen uns auch hier ständig fragen, wie entwickeln wir uns weiter mit unserer Methodik, mit unserer Fragestellung, um nicht irgendwann altbacken zu sein. Das ist eine schwere Herausforderung. Ständig zu schauen, was ist auf dem Markt? Wie ist die Entwicklung? Machen wir da mit? Suchen wir etwas anderes? Sich ständig neu zu orientieren ist die Schwierigkeit, aber auch der Reiz. In der Industrie wird es vorgegeben, was zu tun ist. Wenn wir erfolgreich sind, dann hat es funktioniert. Wenn wir nicht erfolgreich sind, liegt es auch an uns.

Glauben Sie, dass manche Professoren lieber weniger gute Studenten einstellen, weil sie Angst vor der jungen Konkurrenz haben?
Nein. Je besser, um so besser. Man muss es so sehen, dass man sich selber damit voranbringt. Die Herausforderung muss sein, zu den Besten zu gehören und mit den Besten zusammen zu sein. Wir sehen es immer wieder: Studenten, die von den namhaften Universitäten wie Oxford, Cambridge, Yale, Stanford kommen sind unglaublich brillante Studenten. Und dann mögen die alle besser sein als der Professor, der sie ausgebildet hat, aber es war der Professor, der sie ausgebildet hat. Und daraus kann man im Prinzip auch seine Rechtfertigung ziehen. Eine solche Angst vor Konkurrenz zu haben, dass man weniger Qualifizierte einstellt, wäre fatal. Wir müssen aber auch schauen, wenn wir nicht so hoch qualifizierte Studenten haben, dass wir sie trotzdem so weit bringen, dass sie das Beste aus sich herausholen können und nicht bequem werden. Das ist eine hohe Anforderung.
Sie halten in der Woche mehrere Vorlesungen und begleiten Übungen. Dabei erleben Sie viele Studenten. Wie würden Sie das Arbeitsverhalten heutiger Studenten beschreiben?
Das Arbeitsverhalten ist sehr heterogen. Ich beobachte in den letzten Jahren immer mehr, dass das Eigenengagement im Recherchieren von Literatur und Fachwissen reduziert wird. Die Bequemlichkeit etwas schnell per Google oder Wikipedia zu suchen ist hoch. Wenn man es da dann nicht findet, dann sucht man nicht weiter. Das ist nicht wissenschaftlich. Das bremst.
Früher mussten wir in die Bibliothek, mussten in den Büchern nach Stichwörtern suchen. Das war zeitaufwendig aber vielleicht nachhaltiger. Ich sage nicht, dass alle neuen Studenten so gepolt sind, aber die Anzahl derer, die so gepolt sind, wird größer. Wir haben nach wie vor hervorragende Studierende. Es macht wirklich Spaß sie auszubilden. Aber ich bin der Meinung, dass nicht jeder, der ein Abitur bekommt, auch studieren sollte. Ich gönne jedem das Studium. Aber ist es auch das Beste für die Person selber? Das hinterfrage ich doch sehr stark. Ich bekomme es dann im 4. oder 5. Semester mit, wo ich Studienfachberatung anbiete. Dort fragen mich dann viele: „Warum habe ich das eigentlich angefangen? Hätte ich nicht eine Lehre machen sollen? Hätte ich nicht im dualen System etwas anderes machen sollen? Ich bin manuell. Ich bin nicht so kopforientiert.“
Das sind alles positive Eigenschaften. Aber wenn man diese Eigenschaften für das Falsche verwendet, bringt es nichts. Da haben wir momentan ein Problem, dass wir zu vielen jungen Menschen suggerieren, dass sie mit einem Studium die beste Ausbildung für sich selber gefunden haben. Das ist meiner Ansicht nach nicht der Fall.
Was machen Sie gerne neben Ihrer wissenschaftlichen Arbeit? Haben Sie Hobbies?
Nein, außer Wissenschaft mache ich nichts anderes. (lacht)
Nein, natürlich nicht. Ich reise gerne. Ich schaue mir gerne andere Länder, andere Kulturen an. Ich treibe gerne Sport. Mittlerweile nicht mehr Intensivsport, sondern eher Wandern, Gebirgswandern, Fahrradfahren. Ich kultiviere Orchideen und beschäftige mich mit einer kleinen Orchideen-Vitrine. Ansonsten fotografiere ich gerne. Damit ist die wenige freie Zeit, die man hat, schon ausgefüllt.

Das ist sehr wichtig, um den Kopf frei zu bekommen und mal alle Sachen ausblenden zu können. Man hat hier auch sehr viel Verantwortung. Verantwortung mal Verantwortung sein zu lassen und etwas anderes zu machen - das ist wichtig. Nicht nur Schreibtischtätigkeit zu haben, sondern sich auch mal zu bewegen in einer gesunden Umgebung, die wir ja hier in Schleswig-Holstein haben, halte ich für extrem wichtig.
Ist es für Sie wichtig, eine Grenze zwischen Berufs- und Privatleben zu ziehen?
Nicht notwendigerweise. Wenn der Beruf auch Hobby ist, weil es einem sehr viel Spaß macht, stört es einen auch nicht, wenn man es mit nach Hause nimmt und sich damit weiter beschäftigt.
Nach Hause zu kommen und komplett auszuschalten, möchte ich nicht. Dafür macht mir der Job viel zu viel Spaß. Ich kann mich sehr wohl damit beschäftigen und gleichzeitig entspannen, wenn ich irgendetwas lese oder schreibe, Vorlesungen vorbereite und so. Das ist für mich kein Stress. Das ist für mich Freude. Dann hat man auch ein ruhiges Gewissen, wenn man das nicht macht. Für mich muss das nicht unbedingt getrennt sein.
Hatten Sie ein Vorbild?
Ein Vorbild kann man nicht sagen. Man begegnet in seiner Schul- und Universitätsausbildung oder Forschungskarriere verschiedenen Personen, die einen positiv oder negativ beeinflussen. Nach dem Motto: So wie der oder die mit Personen umgeht, seine Sachen zusammenschreibt oder den Alltag managt würde ich das auch später gerne mal tun. Das ist ein Vorbild.
Genauso gibt es Personen, wo man sagt: Hoffentlich werde ich nicht derart harsch oder unqualifiziert in der Aussage. Es gibt immer wieder Personen für das Pro und für das Kontra, aber es gab nicht die eine Person, die alles in sich vereinigt hat und mein „Hero“ war. Man zieht sich aus der Umwelt das heraus, was einen beeinflusst, was man gut findet, was man schlecht findet, was man bewundert, was man - überspitzt gesagt - verachtet. Wie geht denn der mit seiner Umwelt um? Wie ignorant kann man sein? Es gibt eben Persönlichkeiten, die sehr viele positive Eigenschaften haben, aber auch welche auf die man gerne verzichtet hätte.
Was war der beste Rat, den Sie je bekommen haben?
Der beste Rat war, nicht nur aus dem Bauch zu entscheiden, sondern nachhaltig nachdenken, wenn eine problematische Entscheidung ansteht. Wenn man sich entschieden hat, sollte man auch zur Entscheidung stehen. Man sollte später überzeugt sein können, dass man, als man damals die Entscheidung getroffen hat, nach bestem Wissen und Gewissen gewaltet hatte. Dann kann man mit offenen Augen und positiver Motivation in die Zukunft gehen.
Lieber Herr Prof. Scheidig, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
